Was bedeutet Upstream in der Sozialmedizin?

Upstream ist ein Begriff der Sozialmedizin und beschreibt eine Blickrichtung auf die Kausalkette der Entstehung von Krankheit und möglichen Interventionen. Am unteren Ende der Kette von Gründen, warum eine Person krank ist, stehen die bio- und psychologischen Gegebenheiten, die beispielsweise mit Medikamenten, einer Operation oder Psychotherapie behandelt werden. Sie befinden sich in der Blickrichtung flussabwärts: downstream. Am oberen Ende der Kausalkette steht eine gesellschaftliche Ordnung (beispielsweise durch bestimmte Machtverhältnisse oder oder politische Gestaltungen). Sie befindet sich in der Blickrichtung flussaufwärts: upstream. Der Begriff Upstream beschreibt also Interventionen, die tendenziell am oberen Ende der Kausalkette durchgeführt werden, beispielsweise ein gesellschaftlicher Transformationsprozess.

Häufig wird sich zur besseren Vorstellung des Bildes eines Flusses bedient. Die Metapher haben wir ausführlich in der ersten Ausgabe des Upstream-Newsletters erläutert.

Der Begriff Upstream ist namensgebend für den Sozialmedizin-Newsletter Upstream, da die Autor:innen des Newsletters der Meinung sind, dass eine weite Perspektive auf die Themen Gesundheit und Medizin im gesellschaftlichen Diskurs entscheidend, aber noch kaum sichtbar ist.

Lassen Sie uns gemeinsam den gesundheitlichen Auswir­kungen von Ungleichheit auf den Grund gehen.