Was meint Recht auf Stadt?

Recht auf Stadt ist vielerorts ein Slogan, der für die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum und gesellschaftlicher Teilhabe steht. Politische Initiativen setzen ihn vor allem in Städten Gentrifizierungs- und Verdrängungsprozessen entgegen. Das Konzept, dessen Ursprung Henri Lefebvre 1968 mit dem Buch Le droite à la ville verfasst hat, umfasst mehr als die Kämpfe von Mieter*innen. Lefebvre beschreibt Urbanität als die Möglichkeit der Bürger*innen, zusammenzukommen, einander zu begegnen und aktiv an ihrer Umwelt teilzuhaben. Dafür brauche es nicht zwangsweise eine Großstadt, sondern vielmehr einen Raum, in dem diese gesellschaftlichen Verhältnisse herrschen. Recht auf Stadt bedeutet dabei nicht, sich lediglich an einem Ort aufhalten zu dürfen, “sondern das Recht, am Leben in seinem innersten teilzuhaben”.

Quelle: Mayer, M. (2014): Soziale Bewegungen in Städten – städtische soziale Bewegungen. In: Gestring, N. et al. (Hrsg., 2014): Stadt und soziale Bewegungen. Stadt, Raum und Gesellschaft. Wiesbaden. Springer Fachmedien. doi 10.1007/978-3-658-01398-1_2

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