Weil Gesundheit auch Haltung bedeuten muss | Upstream
Unterstützen

Weil Gesundheit auch Haltung bedeuten muss

sagt Samson Grzybek

Bild: Jana Rodenbusch

Die Gesundheitsbewegung wird nicht nur von ihren Strukturen gehalten und in Bahnen gelenkt. Sie ist auch abhängig von jeder*m einzelnen Ärzt*in und Therapeut*in. Der Umgang mit Patient*innen verlangt nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch notwendige Ressourcen zu einer bestmöglichen Versorgung von Patient*innen. Denn neue bürokratische Erleichterungen und Apps können zwar potentiell mehr Patient*innen unterstützen. Aber solange Menschen als Schnittstellen zwischen den Zugängen und den Patient*innen stehen, wird Diskriminierung weiterhin freien Lauf haben. Und dafür sorgen, dass Patient*innen weiterhin im Stich gelassen werden. 

Meine Prognose: Die Fähigkeit, Patient*innen diskriminierungssensible, empathisch und menschlich zu begegnen, wird zum entscheidenden Faktor für gesundheitliche Gerechtigkeit. 

Ungleichheiten entstehen nicht nur durch fehlende Ressourcen, sondern auch fehlende Haltung.

Wie wollen Ärzt*innen und Therapeut*innen ihren Beruf, ihre Berufung verantwortungsvoll ausüben?  Praktizierende in der Gesundheitsversorgung haben sich dafür entschieden, für und mit Menschen zu arbeiten. Denn Gesundheitsversorgung verlangt von Praktizierenden auch letzten Endes selbst Menschsein. Es sind diejenigen, die ihre Praxistüren für alle Menschen öffnen, die sich weiterbilden, die ihr Unwissen und ihren Umgang reflektieren und nachbessern möchten. Wer Patient*innen ernst nimmt, zuhört, Fragen aushält und die eigene Macht reflektiert: Das wird in den nächsten zwölf Monaten den größten Einfluss auf eine bessere Gesundheitsversorgung haben. 

Wir haben kluge und engagierte Köpfe aus Politik, Medien, Forschung und Praxis gefragt, welche Entwicklungen sie im kommenden Jahr für faire Gesundheit erwarten. Hier sind ihre Vorhersagen für 2026:

Alle Vorhersagen

Raus aus dem Reparaturbetrieb: Heranwachsende im Blick

Marion Amler

Sozialleistungen entscheiden über einen gerechten Zugang zu gesundem Essen

Marike Andreas

Weil Gesundheit auch Haltung bedeuten muss

Samson Grzybek

Die Axt am Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung

Ates Gürpinar

Privilegien werden offener diskutiert

Solveig Lena Hansen

Wer arm ist, arbeitet länger – und riskiert dabei oft seine Gesundheit

Hans Martin Hasselhorn

Gerechte Gesundheit entsteht nur durch communitybasierte Koproduktion

Lisa Kamphaus

Wer jetzt falsch baut, zementiert Ungerechtigkeit

Susanne Möbus

Gaza wird im Schatten des “Friedens” physiologisch ausgelöscht

Anonyme Person

Make Gesundheits­förderung Great Again

Friedrich Schorb

Mutterschutz nach Fehlgeburten: verbesserter Schutz mit Lücken

Madeleine Sittner

Demokratie schützen für mehr gesundheitliche Gerechtigkeit

Dagmar Starke

Respekt ist Voraussetzung für faire Gesundheit

Bettina Enzenhofer, Lucia Mair und Brigitte Theißl

Deutschland kann nur durch Empathie heilen

Mertcan Usluer

Geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung werden gefestigt

Heinz-Jürgen Voß